Projektbeschreibung

Das Hauptziel des Projektes ist, die Erweiterung der Forschungsmöglichkeiten der Identität der Einwohner und der Familiengeschichtsforschung, sowie die Gewährleistung qualitativer Erhaltung der Originaldokumente.

Die Idee für dieses Projekt entstand 2005, als das virtuale Archiv „Saaga”, welches vom Nationalen Archiv Estlands geschaffen war und worin die evangelisch-lutherischen und orthodoxen, Kirchenbücher, sowie andere Dokumente, die für genealogische Forschungen der Familien (Geschlechte) dienen könnten, eingestellt waren.

Im virtualen Archiv sind die Kirchenbücher der evangelisch lutherischen, Römisch katholischen, orthodoxen, reformierten, unierten, baptisten, altgläubigen Gemeinden, und Metrike der Rabinate Lettlands, sowie Verzeichnisse der Seelenrevisionen und Materialien der 1. Allrussischen Volkszählung 1897 in den Gouvernements Kurland und Livland und im lettländischen Teil des Gouvernements Witebsk zugänglich. Zur Zeit werden die Hausbücher Rigas (1854–1918) hineingestellt

Es werden noch andere Dokumente hineingestellt werden.

Es wird die Möglichkeit geben, sich mit der Ahnen- und Familienforschung überall, wo nur Internet zugänglich ist, zu beschäftigen.

Es wurden folgende Dokumente digitalisiert:

Register der Geborenen und Getauften
da sind:
  • der Vorname und der Name, Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort des Kindes
  • die Vornamen und Namen der Eltern des Kindes, ihre Konfession, soziale Stellung oder Beschäftigung (manchmal auch Zugehörigkeitsort)
  • ob das Kind ehelich oder außerehelich geboren ist
  • Angaben über die Taufeltern
  • der Vorname und Name der Person, die die Taufe vollzogen hatte, sowie der Taufort angegeben
Register der Verlobten, Aufgebotenen und Getrauten
da kann man:
  • die Vornamen und Namen der Verlobten, Aufgebotenen und Getrauten, ihren Alter, ihre soziale Stellung und Beschäftigung, ihren Geburtsort und ihre Konfession, den vorigen Familienstand und die Daten der Verlobung, Aufbietung und der Trauung
  • Vornamen und Namen der Eltern des Bräutigams und der Braut, ob sie leben, oder gestorben sind, ihre soziale Stellung und Beschäftigung
  • Angaben über den Geistlichen, der die Trauung vollzogen hat, erfahren

Chronologische Register der Getrauten
(nur für die evangelish-lutherischen Gemeinden) – da sind nur die Vornamen und Namen der Getrauten, manchmal auch ihr Wohnort angegeben

Register der Gestorbenen
da sind der Vorname und der Name des Verstorbenen, sein Geburtsort, Alter, Familienstand, Todestag und Todesort, Todesursache, Begrabungstag (manchmal auch Ort) angegeben
Die Todesregister der katholischen Gemeinden enthalten manchmal auch Angaben über die hinterlassenen Familienmitglieder (Witwe und Kinder).

Konfirmandenregister
(nur für die evangelish-lutherischen Gemeinden). Da sind die Vornamen und Namen der konfirmierten Personen, ihr Geburtsort und Geburtsdaten, der Tag der Konfirmierung, Vornamen und Namen der Eltern, ihre soziale Stellung und Beschäftigung, sowie Anmerkungen über die Religionskentnisse des Konfirmanden.

Im Archiv werden die Register der Geborenen und Getauften, der Getrauten und der Gestorbenen nur für die Zeitperiode bis 1909 aufbewahrt. Die Register für die Zeitperiode 1910–1921 werden im Archiv des Standesamtes beim Justizamt Riga, A. Čaka Straße 38a, Riga LV-1011, Tel.: 67830682 , 67830684, fax 67830673, e-mail: dzimts.dep@tm.gov.lv

Seelenrevisionen des 18.–19. Jh.
Zum ersten Mal wurde die Seelenrevision im Gouvernement Livland 1782 durchgeführt (in den Gouvernements Russlands war das schon die 4. Revision). Die 5. Revision fand 1795, die 6. – 1811, die 7. – 1816, die 8. – 1834, die 9 – 1850., die letzte, die 10. – 1858 statt.
Im Gouvernement Kurland wurde die Seelenrevision zum ersten Mal 1797 durchgeführt (5. Revision). Da die Revision nicht genügend qualitativ durchgeführt war, wurde sie in Kurland noch 1798 und 1803 wiederholt. Die 6. Revision fand 1811, die 7. – 1815/1816, die 8. – 1834/1835, die 9. – 1850, die letzte, die 10. – 1857/1858 statt.
In der Zeit zwischen den Revisionen wurden Umschreibungslisten geführt, wo alle hinzugekommenen und alle abgegangenen Personen registriert wurden. Dabei wurde angezeigt, woher sie gekommen oder wohin sie übersiedelt waren. Während der 4. und der 5. Revisionen wurden auch adlige Personen, Magistratsmitglieder und Mitglieder der Städteverwaltungen, Lehrer und Kirchendiener, sowie Künstler und Handwerker registriert. Die Umschreibungslisten in Livland wurden bis 1917, in Kurland aber, bis 1912 geführt.
Während der Revisionen wurden Personen in Privat- und Kronsgütern, sowie dazu gehörigen wirtschaftlichen Strukturen (Beihöfen, Bauerngesinden, Krügen, Mühlen u.a.), sowohl in den Pastoraten aufgezählt. In der Revision von 1811 wurden nur männliche Personen aufgezählt. Die Revision von 1816 wurde aber 1826 wiederholt, und die Bauern Livlands wurden dann zum ersten Mal mit Familiennamen registriert. In Kurland wurden die Bauern aber erst in der Revision von 1834, in einigen Gütern sogar 1850, zum ersten Mal mit ihren Familiennamen registriert. Bis dann wurde eine jede Bauernfamilie nur mit ihrer Nummer registriert. Die Nummern wurden auch in den späteren Revisionen gebraucht. Die Einwohner wurden in zwei Gruppen aufgezählt – Steuer- und Rekrutenpflichtige und nur Steuerpflichtige. Die Revisionslisten enthalten auch Angaben über das Alter der Personen im Moment der Revision und während der vorigen Revision. Es gibt auch Hinweise auf die Verwandschaftsstufe der einzelnen Familienmitglieder, ihren Stand (Wirte, Knechte, Förster u.ä.), ob die Person in der Zeit zwischen den Revisionen gestorben, geboren, übergesetzt oder übersiedelt war. Manchmal gibt es Hinweise auf physische Defekte.
Es sind auch Revisions- und Umschreibungslisten der Liv- und Kurländischen Städte: Riga, Schlock, Walk, Wenden (Cēsis), Wolmar (Valmiera), Lemsal (Limbaži), Bausk, Grobin, Friedrichstadt (Jaunjelgava), Mitau (Jelgava), Jakobstadt (Jēkabpils), Goldingen (Kuldīga), Libau (Liepāja), Pilten, Tuckum und Windau (Ventspils) zugänglich.
In den Städten Livlands wurden die Einwohner sowohl nach dem Wohnort als auch nach Zugehörigkeit zu einer bestimmten Steuerklasse (Arbeiter, Bürger, Handwerker, Kaufleute, Lotsen, Steuerleute, Hausdiener, Juden, Soldatenkinder u.a.) aufgezählt.
In den Städten Kurlands wurden die Einwohner meistens nach ihrem Glaubensbekenntnis (Kristen und Juden) aufgezählt. Innerhalb dieser Gruppen wurden sie nach Steuerklassen eingeteilt.
Es sind nur einzige Archivsachen aus den Materialien der Seelenrevisionen in Latgale (Gouvernement Witebsk) erhalten: Revisionslisten des Rositenschen (Rēzeknes) Kreises aus dem Jahr 1772 – 1 Archivsache, Revisionslisten des Dorfes Osupino Lutzenschen (Ludzas) Kreises aus den Jahren 1816 und 1834 – 1 Archivsache, und Revisionslisten des Privatgutes Osupino aus den Jahren 1850 und 1858 – 1 Archivsache, sowie Revisionslisten Lutzenschen (Ludzas) und Dünaburgschen (Daugavpils) Kreises aus dem Jahr 1858 – 6 Archivsachen.

Dokumente der 1. Allrussischen Volkszählung
Die 1. Allrussische Volkszählung wurde in zwei Etappen durchgeführt: während der Ersten (Dezember 1896 – Januar 1897) besuchten die Zähler Häuser und erfüllten Formulare, Während der zweiten Etappe (im Januar 1897) haben die Zähler alle Häuser nochmals besucht und die nötigen Berichtigungen gemacht. In den Städten und auf dem Lande (in den Gütern und Grundbesitzungen) haben die Besitzer oder Arrendatoren, in anderen Besitzlichkeiten auf dem Lande aber, die Zähler die Formulare ausgefüllt.
Als einzelne Registrierungseinheit galt das Gesinde auf dem Lande und die Wohnung in der Stadt. Für eine jede diese Einheit wurde einzelnes Formularblatt mit Angabe der Familiennamen, Namen, Vatersnamen, Geschlecht, Verwandschaftsstufe in Beziehung zum Familienhaupt, Alter, Familienstand, Stand, Religion, Geburtsort, Wohnort, Muttersprache, Bildung (Lesefertigkeiten), Beschäftigung, Militärpflichtigkeit, physicher Defekte und Standort im Zählungsmoment ausgefüllt.
Für die meistenteils von lettischer Bevölkerung besiedelten Gebiete des Livländischen und des Kurländischen Governements wurden die Texte der Formulare in russicher Sprache mit Übersetzung in die lettische und deutsche Sprache, für die meistenteils von estnischer Bevölkerung besiedelten Gebiete des Livländischen Governements wurden die Texte der Formulare in russicher Sprache mit Übersetzung in die estnische und deutsche Sprache gedruckt. Die gedruckten Texte der Formulare für das Gouvernement Witebsk waren nur in russischer Sprache. Dementsprechend sind die Formulare in russischer, deutscher oder lettischer Sprache ausgefüllt.

Im Archiv werden aufbewahrt:
  • aus dem Gouvernement Livland – Dokumente der Volkszählung in der Stadt und im Kreis Riga, im Kreis Wolmar (Valmiera)
  • aus dem Gouvernement Kurland – Dokumente der Volkszählung in den Kreisen Hasenpoth (Aizpute), Bausk, Dobeln, Grobin, Illuxt, Jakobstadt (Jēkabpils), in den Städten und Kreisen Mitau (Jelgava), Goldingen (Kuldīgas), Libau (Liepāja), Tuckum, in den Kreisen Talsen und Windau (Ventspils)
  • aus dem Gouvernement Witebsk – Dokumente der Volkszählung in der Stadt und im Kreis Dünaburg (Daugavpils), im Flecken und in der Gemeinde Piedruja im Kreis Drissa, im Flecken und in der Gemeinde Pustinja und in der Gemeinde Suschkova, in den Städten und Kreisen Lutzen (Ludza) und Rositten (Rēzekne)

Auf jeder Titelseite sind die Benennung und die Nummer des Archivbestandes, die Nummer des Sachregisters, die Nummer der Archivsache, die Daten der Dokumente und Blätterzahl angegeben.

Das virtuale Archiv bilden digitalisierte Dokumente aus den Archivbeständen. Information über den Bestand und Inhalt der Archivbestände kann man aus der Datenbasis Das Zentralregister des Nationalen Archivbestandes http://www.arhivi.gov.lv entnehmen.

Seit 2013 gibt es eine neue Einteilung: Virtuales Archiv und Datenbasis – Einwohnerverzeichnis Lettlands (1918–1940). Die Datenbasis ist auf Grund der Vervollständigung der Archivbestände, die Personenurkunden enthalten, entstanden. Im Verzeichnis sind solche Personen eingeschlossen, über die man meistens folgende Information zu erhalten möglich ist: Mädchenname (für Frauen), Familienstand, Ehestand oder Scheidung, Beschäftigung, unmündige Kinder, Adresse in Lettland, Kopie einer Paßaufnahme.